Eine Probefahrt für Auto, Material und Fahrer

Reisebericht: Aadorf, Lausanne, Genf, Thonon, Villeneuve, Vevey, Freiburg, Aadorf (756 km)

Die Kardanwelle liegt auf dem Boden
Endkontrolle des Brummi vor der Abfahrt

Stimmen die Oelstände im Motor, Getriebe und Differential?

Die Kardanwelle liegt auf dem Boden

Freitagabend ca. 20:00 Uhr, die 27 jährige Kardanwelle wird ausgebaut.

Wenn ich mal schon dabei bin, wechsle ich doch gleich auch mal das Lager aus

"Sch.... Lager! Jetzt geh doch endlich runter, sonst brauche ich Gewalt"

Abendessen mit Alpenpanorama

Bei dem Hintergundbild schmeckt das Essen um so besser

Joachim Sauter beim Warten auf die heissen Maultaschen

Sind die ehemals tiefgefrohrenen Maultaschen schon heiss?

Der Start: Vorbereitung und 1. Tag (Samstag, 03.06.2006)

Eigentlich sollte es ja nur eine Probefahrt werden. Eine Probefahrt im besonderem Sinne, denn dass ein gut gepflegter Mercedes-Diesel funktioniert ist ja quasi ein Gesetz, dafür braucht man keine Probefahrt. Die Probefahrt galt der Ausrüstung und dem Fahrer für die im Sommer geplante Tour nach Norwegen und war somit ein Teil der Vorbereitung für eine grössere Reise. Was braucht man alles um ein paar Tage quasi autark zu leben? Wie schläft es sich in dem eingebauten Bett, welches den Beifahrersitz des W123 ersetzt? Diese Fragen sollten beantwortet werden, und dafür hatte ich mir das Pfingstwochenende 2006 vorgenohmen. Doch aus der reinen Probefahrt, wurde eine erfolgreiche Erlebnistour, welche in dem folgendem Bericht gewürdigt werden soll. Zwei Tage vor der geplanten Abfahrt stellte ich den 200D auf die Hebebühne der Firma um die Getriebeölstände zu kontrollieren und um nachzusehen, was da letztens so bedecklich an den Unterboden hämmerte. Die Ölstände waren okay, und das Hämmern konnte ich auch lokalisieren. Es war die Gummimanschette, welche das Längsspiel der Kardanwelle vor Staub und Dreck schütz. Das "Hämmern" war wohl der Abschiedsgruss, bevor sich sich im Freitot in tausend von Teile auf der Autobahn von uns trennte. Scheibe! Die Probfahrt geriet nun doch in Gefahr zu kommen. Zum Glück waren noch zwei Tage Zeit. Am Donnerstag konnte ich die nötige Manschette bei Daimler bestellen. Am Freitag nachmittag war sie "schon" da und da machte ich mich daran die Kardanwelle auszubauen und zu zerlegen. Bei der Gelegenheit wechselte ich auch das Zentrallager, den dazugehörigen Gummipuffer und die hintere Flexdisk. Am Freitag abend um 21:30 Uhr war alles zerlegt, gesäubert und wartete auf den Einbau, welchen ich am Samstag um 8:00 Uhr begann. Zirka um 11:00 Uhr war die Reparatur erledigt also noch genügend Zeit um die Pfingstfeiertage für eine Probefahrt zu verwenden. Jetzt "schnell" die Hände waschen, Duschen, Blau-Mann in die Waschmaschine, packen, der Nachbarin den Schlüssel geben (damit sie die Katze füttern kann) und die in der Zwischenzeit gereinigte Wäsche wieder der Waschmaschine entnehmen und aufhängen. Um 14:30 Uhr war es dann so weit. Alles was getan werden musste war getan und ein Ziel (Genf) war auch gefunden und im Navi programmiert. Nach 1 1/2 Stunden Fahrt spürte ich deutlich, dass ich in der vorhergehende Nacht nicht so gut geschlafen hatte. Mein Brummi war kaput und die geplante Probefahrt stand auf dem Spiel! Ich weiss nicht, was mir mehr Kopfzerbrechen machte, der Daimler oder die Probefahrt? Jedenfalls, wenn man sein Bett ständig an der Seite (anstelle des Beifahrersitz) hat, verfällt man schnell der Versuchung ein kleines Nickerchen zu machen. Ich fuhr beim nächsten Rasthof (Deitingen) von der Autobahn und machte ein Nickerchen. Ich schlief gut, denn ich wachte erst nach 17:00 Uhr auf. Ich brauchte noch ein paar Minuten um wieder in Gesinnung zu kommen. Dann ging es weiter auf der A1 in Richtung Bern. Leider sind die Schweizer Rastplätze nicht so übig mit Bänke und Tische ausgestattet, wie man sich das als Camper gerne wünscht, daher entschloss ich mich gegen 18:30 Uhr, die Stadt Bern hatte ich schon im Rücken, die Autobahn zu verlassen und auf der Landstrasse eine geeignete Stelle für das Abendessen zu suchen. Kurze Zeit darauf fand ich sie dann auch. Eine Waldlichtung mit freiem Blick auf die Schweizer Alpen (46.79823N/6.88190E). Der Motor wurde abgestellt, der Gaskocher aufgebaut und die ehemals gefrohrenen Maultaschen vom Lidl heissgemacht. Um 19:19 Uhr war das Mahl gegessen, das Geschir gewaschen und der W123 dieselte auf der Landstrasse weiter in Richtung Genf. Die Stadt Lausanne erforderte einiges an Fahrkünste, denn trotz GPS war es nicht ganz so einfach die richtige Spur bzw. Strasse zu finden. Leider hat die GPS-Tante die Angewohnheit uns oft in Seitenstrasse zu lotsen getreu nach dem Moto: Je enger desto schöner. Nach zick Kreuzung muss man dann leider feststellen, das man wieder auf der selbigen Hauptstrasse landet, welche man gerade verlassen hat. :-(. Die Fahrt ging weiter am Genfer See entlang, welchen man leider zum grössten Teil nicht sehen konnte. Millionenteure Villen standen zwischen Strasse und See und um die Einblicke in die Privatsphäre zu schützen waren diese zu allem Überfluss mit meterhohen Mauern und Hecken umgeben. Zirka gegen 21:00 Uhr ereichte ich Versoix eine kleines Dorf am Rande von Genf mit wunderschönem Yachthafen, welchen ich zu fuss besichtigte. Nach der Hafenbesichtigung (gegen 22:00 Uhr) spürte ich das Bedürfnis nach einer Toilette. Die vorgefunden Toiletten fand ich nicht gerade "einladend". Mir kam der Gedanke, dass der Mc. Doof seit den 80er recht ordentliche Toiletten hat. Laut GPS war der nächste nur 8 km (Luflinie) von meinem Standort entfernt. Der Strasse nach waren es schon 13 km :-O und was ich auch erst auf der Fahrt dort hin bemerkte war, dass man dazu die Grenze (F/CH) überqueren muss. "Was solls...", dachte ich mir. Um 22:39 ereichte ich den Parkplatz des Mc. Doofs. Ich eilte zur Tür, sie war verschlossen :-(. Meine Interprätation des Schildes ergab, dass diese Filiale wohl nur von 10:00-22:00 Uhr geöffnet war. Dumm gelaufen :-(. Es war ein ruhiger Parkplatz und ich war müde, daher putzte ich mir die Zähne und lies den Daimler an Ort und Stelle stehen um darin zu schlafen. Gefahrene km (laut GPS) 356 km.

Zum nächsten Tag?

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